Graz/Maribor 2015

1. Tag / Sonntag, 26. April

Morgens um halb sieben versammelten wir uns müde, aber motiviert beim Theatereingang. Nachdem alles verladen und der Car bereit war, fuhren wir in Richtung Graz los. Auf der Fahrt, die wir zum ersten Mal mit Ochsner-Reisen unternahmen, vertrieben sich die einen die Zeit mit Filmen oder Spielen, die anderen mit Schlafen. Nach dem Mittagessen auf einer unerwartet idyllischen Dachterrasse einer Raststätte gab es zum Dessert selbstgebackene Muffins unserer alljährigen Begleiterin Andrea Kälin, die dieses Jahr leider nicht mitkommen konnte.

Wir hatten auf der Reise sehr sonniges Wetter. Nur als wir um halb fünf in Graz ankamen, regnete es für einen kurzen Augenblick, doch bald darauf lichtete sich der Himmel wieder. Nachdem wir uns im Hotel eingerichtet hatten, erkundeten wir zum ersten Mal die Altstadt von Graz. Ihre ruhige Atmosphäre gefiel uns auf Anhieb. Anschliessend assen wir gemeinsam in einem lokalen Restaurant ein Riesenschnitzel, unter welchem der Teller nur noch knapp erkennbar war. Den restlichen Abend liessen wir individuell ausklingen.

 

2.Tag / Montag, 27. April

Heute Morgen um neun Uhr fuhren wir, gestärkt von einem üppigen Frühstück, los. Im Stiftsgymnasium St. Paul gaben wir unser erstes Konzert und erzielten vor allem beim jüngeren Publikum einen grossen Erfolg. Die Schüler waren voller Enthusiasmus dabei und bei 'Gangnam Style' tanzte sogar ein Schüler auf der Bühne vor. Immer wieder erfuren sowohl die Schüler des Stiftsgymnasiums, als auch wir Wissenswertes über die Verbindung zwischen dem Kloster Einsiedeln und St. Paul. Ein Beispiel wäre, dass sie eine gemeinsame Gebetsgemeinschaft haben und gegenseitig für ihre Verstorbenen beten. Nach den zwei Konzertteilen mit einer Viertelstunde Pause dazwischen wurden wir vom Schulleiter zu einem köstlichen Mittagessen mit Dessert eingeladen.

Wieder im Hotel angelangt, stand uns der Nachmittag zur freien Verfügung. Die einen nutzten die Zeit, um shoppen zu gehen, andere um eine Siesta zu halten, damit sie fit für den Abend waren. Das Nachtessen und den restlichen Abend verbrachten wir in kleineren Gruppen.

 

3.Tag /  Dienstag, 28. April

Schon um viertelvor acht war heute die Abfahrt des Cars. Leicht verspätet durch den Morgenverkehr kamen wir beim Bischöflichen Gymnasium Graz an. Dort spielten wir für die Unterstufe und liessen die Schüler am Schluss unsere Instrumente ausprobieren. Anschliessend folgte ein aussergewöhliches Programm: Wir hatten nämlich die Möglichkeit, uns mit dem Chor des Gymnasiums auszutauschen. Zuerst spielten oder sangen wir für einander. Danach sangen wir gemeinsam einige Lieder. Schliesslich hatten wir noch Zeit, uns auszutauschen und nach gewissen Startschwierigkeiten begannen bald viele Gespräche. Zum Mittagessen begaben wir uns in die Mensa.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel ging der Tag mit einer Stadtführung weiter, die wir trotz Regen interessiert angingen. Wir erfuhren einiges von Graz: Beispiele wären, dass ihre Altstadt Unesco-Weltkulturerbe ist, oder dass sie zur Designerstadt gewählt wurde. Der Guide führte uns zu sehenswerten Gebäuden und Innenhöfen, wie dem Kunsthaus, der Murinsel und der ehemaligen Burg des Kaisers. Im berüchtigten Bermuda-Dreieck bekamen wir noch den Tipp für den Abend und so genossen die meisten von uns nach der Stadtführung das Nachtessen beim Italiener.

 

4. Tag / Mittwoch, 29. April

Am Mittwoch Morgen begann unser Tag mit einer Führung durch das Schloss Eggenberg. In zwei Gruppen betrachteten wir die Prunksäle, den Planetensaal und die Wohnräume. Speziell war, dass alles im Schloss nach dem Kalender gerichtet ist: Zum Beispiel beseitzt es 365 Aussenfenster für die 365 Tage im Jahr, oder vier Türen für die vier Jahreszeiten. Wieder in Graz angelangt, assen wir ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant Gösser Bräu. Es gab Knödel mit Schweinsbraten und Sauerkraut.

Danach nahmen wir an einer speziellen Führung teil, dem "Kriminaltango". Uns wurden wahre Gruselgeschichten erzählt, die sich im Mittelalter in der Stadt Graz abgespielt hatten. Immer wieder tauchten unerwartet Schauspieler auf, die uns in die damalige Zeit zurück versetzten. Wir hörten Geschichten, wie die einer Frau, die erdrosselt und zerstückelt worden war, oder die Geschichte des Herzenfressers. Die Führung beendeten wir mit einem Henkersmahl und Limonade für die Kleinen und Weisswein für die Grossen. Anschliessend stand uns der Abend zur freien Verfügung.


5.Tag / Donnerstag,  30. April

Am Donnerstag stand Maribor auf dem Programm. Glücklicherweise konnten wir ausschlafen, da wir erst um halb zehn losfahren mussten. Nach der einstündigen Carfahrt gelangten wir beim Einkaufszentrum Europark an, in welchem wir shoppen konnten. Um viertel nach zwei Bestand die Möglichkeit einer freiwilligen Führung durch die Stadt Maribor. Diese Gruppe sah sich unter anderem die Universität von Maribor, den Wasserturm und die Maria-Säule an, während sich die anderen in Shops wie H&M, Zara, Hugo Boss mit Kleidung eindeckten. Um fünf Uhr gaben wir ein dreiteiliges Konzert im Einkaufszentrum. Unser Busfahrer Toni überraschte uns alle immer wieder, als er plötzlich an einem anderen Ort auftauchte und lautstark applaudierte. Mit mitreissenden Stücken konnten wir rasch viele Zuschauer gewinnen und Lob ernten. Für alle von uns war es eine neue Erfahrung,  denn noch niemand hatte jemals zuvor in einem Einkaufszentrum vorgespielt. Kaum war das Konzert zu Ende, mussten wir auch sofort wieder alles zusammenpacken und die Rückfahrt nach Graz antreten. Wieder im Hotel angekommen, konnten wir selbst bestimmen, wie wir den restlichen Abend verbringen wollten. Da dies der letzte Abend war, wurde natürlich noch mal richtig gefeiert.


6. Tag / Freitag, 1. Mai

Nach einer ziemlich kurzen Nacht mussten wir leider schon die Rückreise antreten. Die Woche ist für alle wie im Flug vergangen und wir wären am liebsten noch viel länger geblieben. Der Zusammenhalt der Gruppe war besonders gross dieses Jahr. Wenn immer es möglich war, gingen wir in möglichst grossen Gruppen zusammen essen und man hat viele neue Freunde dazugewonnen. Auch die Fahrt ging schnell vorbei und schon war es wieder an der Zeit sich zu verabschieden und allen zu danken: Herr Schuler und Frau Fuchs haben wieder einmal eine Tolle Reise mit interessanten Begegnungen und guten Konzerten auf die Beine gestellt und auch unser neuer Busfahrer Toni hat uns sehr kompetent und mit vollem Eifer begleitet. Als wir von einander Abschied nahmen war allen klar: Diese FM-Reise wird uns in Erinnerung bleiben.

Zoë Schönbächler und Deborah Züger