Reisebericht Belgien 2016

Tag 1: Anreise

Bereits am frühen Morgen um 6:30 Uhr besammelten wir uns vor dem Theatereingang und die Vorfreude auf die kommende Woche war deutlich spürbar. Nach dem Verladen des Materials ging die Reise in Richtung Brüssel los, wobei unser letztjähriger Chauffeur Toni erst in Pratteln dazustiess. Es folgte eine etwa siebenstündige Carfahrt, auf der wir Filme wie Herr der Ringe und Frozen schauten und die Zeit mit Jassen vertrieben. Um vier Uhr erreichten wir schliesslich unsere Jugendherberge mitten in Brüssel und hatten Zeit uns einzurichten.
Anschliessend machten wir uns bei sonnigem Wetter und 25 Grad zum ersten Mal in das Zentrum auf. Von Anfang an haben uns die schönen Gebäude in den Bann gezogen und uns war klar, dass dies eine unvergessliche Zeit wird. Das Nachtessen fand individuell in kleinen Gruppen statt, wobei wir Älteren darauf achteten, auch die Jüngeren mitzunehmen. Der Abend stand uns zur freien Verfügung, wir erkundeten die Stadt und genossen unser erstes belgisches Bier. Es wurden bereits Wetten abgeschlossen, wer am Ende der Woche die meisten von 200 belgischen Biersorten degustiert hat. So ging der erste Tag zu Ende und wir waren gespannt auf die folgenden Tage.

 

Tag 2: Waterloo

Nach unserer ersten Nacht in Brüssel besammelten wir uns um viertelvor zehn Uhr in der Lobby, nachdem wir das Frühstück eingenommen hatten. Heute Morgen stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Während Toni den Car gekonnt durch die engen Strassen Brüssels lenkte, erfuhren wir interessante Fakten über die Stadt und sahen viele Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Atomium und den Königspalast. Auch am Europäischen Kongress und am Kanal fuhren wir vorbei.
Danach kehrten wir in unser Hotel zurück und assen das Mittagessen. Lange verweilten wir jedoch nicht im Hotel, denn bereits um 13:30 fuhren wir weiter. Den Nachmittag verbrachten wir in Waterloo, wo Napoleon seine grösste Niederlage erlitten hat. Ein Audioguide führte uns durch das Museum und ein 4D- Film konnte uns auf eindrückliche Art und Weise ins damalige Geschehen eintauchen lassen.
Dann folgte der wohl sportlichste Teil der FM-Reise: Um zum Denkmal für alle gefallenen Soldaten zu gelangen, mussten wir insgesamt 225 Stufen erklimmen, wobei einige ganz Sportliche einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad einbauten. Sie missachteten nämlich die Treppe und wanderten den steilen Hang lieber durch das Gras hinauf.
Nach dieser lehrreichen Erfahrung kehrten wir wieder nach Brüssel zurück und liessen den Abend in grösseren Gruppen individuell ausklingen.

 

Tag 3: Leuven

Nach einer eher kurzen Nacht mussten wir heute bereits um 8:00 Uhr mit dem Car in Richtung Leuven losfahren. Dort fanden nämlich unsere ersten zwei Konzerte statt. Im Paridaensinstituut, in dem Schüler von 2 einhalb bis 18 Jahren zur Schule gehen, gaben wir zweimal ein dreissigminütiges Konzert. Besonders den Kleinsten schienen unsere Stücke sehr zu gefallen, denn als unsere Begleiterin Irmgard jeweils die Stücke Frozen, Pirates of the Carribbean und Pokémon ansagte, herrschte rege Begeisterung.
Nachdem wir in der Schule unser Mittagessen eingenommen hatten, stand eine Stadtführung in Leuven auf dem Programm. Das Spezielle daran war, dass sie von Maturanden der Schule durchgeführt wurde, die den Deutschunterricht besuchen. Leider fiel diese Führung wortwörtlich ins Wasser: Kaum hatten wir begonnen, setzte ein sehr heftiger Regenschauer ein, der uns bis auf die Knochen durchnässte. So brachen wir die Führung ab und begaben uns zurück zu der Schule. Da die Schüler jedoch viel Aufwand betrieben hatten, zeigten sie uns in einem Aufenthaltsraum via Google Street View die Stadt. Wir waren beeindruckt, wie gut sie nach nur drei Jahren Deutschunterricht die Sprache beherrschten. Nach einem kurzen Austausch mit den Schülern ging es auch schon zurück nach Brüssel, wo wir unser Nachtessen selber in Gruppen einnahmen. Danach genossen wir den Abend noch beim Spiele spielen oder beim Film schauen.

 

Tag 4: Antwerpen

Um 8:30 Uhr erwarteten uns heute Morgen unsere Begleiter beim Car. In circa einer Stunde erreichten wir Antwerpen, wo Herr Schuler für uns eine Hafenrundfahrt organisiert hatte. Auch wenn wir im Zeitplan hintendrein waren, erreichten wir das Schiff nach einem halbstündigen Fussmarsch durch die Stadt rechtzeitig und sonnten uns auf dem Deck. Zwei Stunden lang fuhren wir durch den Hafen der wichtigsten Handelsstadt und versuchten holländischen Erklärungen aus den Lautsprechern zu verstehen. Wir alle waren von seiner Grösse und dem steten Treiben beeindruckt. Ganz im Gegensatz zu gestern hatten wir heute Glück mit dem Wetter. Wir genossen das warme Wetter und den Fahrtwind und Herr Schuler ermahnte uns, die Sonnencreme nicht zu vergessen. Trotzdem kehrten einige am Abend mit einem leichten Sonnenbrand nach Hause. Anschliessend begaben wir uns gemeinsam ins Zentrum der Stadt. Das Mittagessen nahmen wir individuell ein und erkundeten danach auf eigene Faust Antwerpen, das auch als schönste Stadt Belgiens bezeichnet wird. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die älteste Holzrolltreppe der Welt. Sie führt in einen unterirdischen Gang, der unter dem Kanal hindurch führt und das Passieren des Kanals erleichtert. Auch das Mas-Gebäude war sehr interessant und verschaffte uns einen schönen Ausblick über die ganze Stadt. So verbrachten wir einen erlebnisreichen Nachmittag und wollten fast nicht nach Brüssel zurückkehren.
Am Abend, nach Brüssel zurückgekehrt, spürten wir alle die Anstrengung und Hitze des Tages und gingen entsprechend früh ins Bett, um morgen für unser nächstes Konzert wieder fit zu sein.

 

Tag 5: Ieper, Oostende

Kurz nach 8:00 Uhr ging es heute mit dem Car los, denn uns stand die längste Busfahrt innerhalb Belgiens bevor. Meistens nutzen wir die Busfahrt, um den Schlaf der vergangenen Nacht nachzuholen, oder um Spiele zu spielen. In Ieper angelangt, machten wir uns für das nächste Konzert im College Ieper bereit. Wir spielten unser bisher bestes Konzert in einem vollen Saal und wurden dafür mit entsprechend viel Applaus beehrt.
Nach dem Mittagessen fand auf dem Pausenplatz ein Fussballspiel statt, bei dem vor allem die männlichen Mitglieder der FM mit der grossen Trommel und Fangesängen Stimmung machten. Dies weckte in uns die Lust, selber auch ein Fussballspiel zu veranstalten. Es spielten die Flöten zusammen mit den Klarinetten und den Schlagzeugern gegen den Rest und wir hatten sehr viel Spass dabei. Verschwitzt aber zufrieden stiegen wir danach wieder in den Bus ein und fuhren nach Oostende an die Nordsee. Dort war sehr beeindruckend, wie sich, nicht wie sonst, die Wege der einzelnen Gruppen trennten, sondern wir alle gemeinsam den Nachmittag am Meer verbrachten. Im Sand spielten diesmal die ältere Generation der FM gegen die doppelt so vielen Junioren und so gingen die zwei Stunden wie im Flug vorbei.
Der Abend stand uns dann zur freien Verfügung, nachdem wir wieder nach Brüssel zurückgekehrt waren.

 

Tag 6: Zevenkerken, Gent

An unserem letzten Tag in Belgien machten wir uns morgens um 8:30 Uhr auf zu unseren letzten zwei Konzerten. Diese gaben wir in der Abdijschool in Zevenkerken, einer Klosterschule in einem Gebäude im Stil von Harry Potter, welches von einem riesig scheinenden Wald umgeben ist. Wir spielten für die Schüler zwei halbstündige Konzerte im Freien und einige unserer Mitglieder wirkten anschliessend im Deutschunterricht der Schule mit, während die anderen die Zeit mit Fussballspielen verbrachten. Es fand ein interessanter Austausch statt, wobei beide Seiten viel Interessantes über das andere Land und desssen Sitten erfuhren.
Ungefähr um 14:00 Uhr fuhren wir weiter nach Gent, wo wir zum letzten Mal auf dieser FM-Reise eine Stadt besichtigten. In verschiedenen Gruppen begaben wir uns auf Erkundungstour und der eine oder andere genoss noch einmal beim sonnigen Wetter ein Eis.
Am Abend war bereits wieder Kofferpacken angesagt, bevor wir die FM-Reise in einem Irish-Pub, einer Karaoke-Bar, oder einfach im Hotelzimmer ausklingen liessen.


Tag 7: Adieu Belgien

Für viele von uns war die letzte Nacht nur eine sehr kurze, bevor wir am Morgen nach dem Frühstück pünktlich um 8:00 Uhr unsere Heimreise starteten. Entsprechend ruhig war es dann auch die ersten paar Stunden im Bus, bis wir am Mittag auf einer Raststätte unsere Mahlzeit einnahmen. Nur noch vier Stunden trennten uns da von unserem Zuhause und diese verbrachten wir mit Kartenspielen, einem Film und beim Musikhören.
Unsere Ankunft beim Theatereingang um 16:45 Uhr bedeutete dann das Ende der diesjährigen FM-Reise, die nicht nur für die Maturanden, sondern auch für Herrn Schuler und Irmgard Fuchs die letzte war.
An dieser Stelle wollen wir herzlich unserem Chauffeur Toni und unserer Begleiterin Irmgard danken, für die Tollen Fahrkünste in den engen Strassen und das Mitorganisieren der Reise, aber auch besonders unserem Dirigenten Herrn Schuler. Zwanzig Mal ist er mit der Studentenmusik in verschiedene Länder gereist und hat so viel Zeit und Mühe darin investiert, den FM-Mitgliedern Jahr für Jahr unvergessliche Reisen zu verschaffen. Vielen Dank für alles!
Wir sind uns sicher, dass diese Reise uns allen in guter Erinnerung bleiben wird.

 

Die Aktuarinnen Deborah und Zoe